Charakteristik
Individualreise
Grodno - Augustow Kanal - Bialowescha-Urwald
6 Tage
Persönlicher deutschsprachiger Reiseführer
Bus, Bahn, PKW
3 * Hotel, Landgute
2 Ausflüge
Kultur und Natur
Highlights
die älteste belarussische Kirche
Treffen mit einer belarussischen Familie
Schifffahrt auf dem Augustow Kanal
Nationalpark Belaweschskaja Puschtscha
Ziegenfarm
Kreidebrüche, belorussische Malediven
PREIS ab 680 Euro pro Person
im Preis enthalten
Visagebühr
Bus- bzw. Zugtickets
5 Übernachtungen
Frühstück und eine weitere warme Mahlzeit pro Tag
Reiseleitung
EIntrittsgelder laut Programm
Fahrer für die Ausflüge
nicht im Preis enthalten
Flugtickets
weitere Mahlzeiten
Krankenversicherung
Trinkgelder

Im Nordwesten Weissrusslands, unweit der Grenze zu Polen liegt Grodno (Hrodna), eines der kulturellen und wirtschaftlichen Zentren von Belarus. Seine geographische Lage, sowie seine Vielfalt an Kultur und Natur machen es zu einem reizvollen Reiseziel.

Neben der vielfältigen Geschichte Grodnos und des nördlichen Weißrussland treibt uns auf der Reise immer wieder die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zur Natur in Belarus um – sei es im Biosphärenreservat Bialowiecza, in den Kreidebrüchen von Krasnoselsk und den renaturierten Seen rundum oder auf der Ziegenfarm von Natalja Nikolajewna. Sie lernen auf der Reise interessante Weißrussen kennen, die Ihnen einen ganz persönlichen Einblick in die belarussische Lebensrealität geben.

In Grodno spürt man einen westeuropäischen Geist, vor allem in der Architektur – deutsche, italienische, preußische und andere Meister die im Auftrag litauischer Fürsten und polnischer Könige zu verschiedenen Epochen hierher kamen hinterließen zahlreiche Spuren. Die wechselvolle Geschichte der Stadt ist in den Mauern und Wänden verewigt. Man muss sie nur aufmerksam studieren. Wir helfen gern dabei.

 

1. TagAnreise nach Grodno

Nach Grodno kann man im bequemen Reisebus oder der Eisenbahn reisen. Sollten Sie über Minsk anreisen, bietet sich ein Besuch der Hauptstadt an, den wir gerne für Sie organisieren. Unser deutschsprachiger Reiseführer heißt Sie herzlich in Grodno willkommen und bringt Sie in Ihr Hotel.

Dort angekommen ist er Ihnen beim Bezug Ihrer Zimmer und den Registrierungsformalitäten behilflich. Anschließend bespricht er mit Ihnen das Programm der kommenden Tage, gibt Ihnen wertvolle Tipps zur Stadt und zum Land und beantwortet alle Ihre Fragen. Gemeinsam unternehmen Sie einen Spaziergang durch die Stadt und essen in einem landestypischen Restaurant zu Abend.

2. TagStadtbesichtigung der Grodnoer Altstadt

Nach dem Frühstück holt Sie ihr Reiseführer vom Hotel ab und unternimmt mit Ihnen einen ausgedehnten Stadtspaziergang.

Vom Hotel ist es nicht weit zu dem Ort an dem die Stadt Grodno im Jahre 1128 als Festung im Nordosten der Kiewer Rus gegründet wurde. Dort befinden sich zwei Königsschlösser praktisch nebeneinander, das Neue und das Alte Schloss. Das Alte Schloss, erbaut gegen Ende des 14. Jahrhunderts, war zentraler Teil des Grodnoer Festungskomplexes bevor es im 16. Jahrhundert vom italienischen Architekten Scotta im Renaissancestil umgebaut wurde. Heute befindet sich dort das historisch-archäologische Museum der Stadt.

Das Neue Schloss beherbergt ebenfalls ein Museum, es wurde 1751 als Sitzungsort des polnisch-litauischen Sejm im Rokokkostil erbaut, 1795 dankte hier der letzte polnische König Stanislaus August Ponjatowski ab.

Anschließend gehen wir zum Leninplatz. Dieser besteht in Grodno aus zwei Teilen, der „moderne“ Teil mit dem obligatorischen Lenindenkmal, der andere Teil ein Architekturensemble das am Ende des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Antoni Tyzenhaus entstanden ist. Tyzenhaus war ein einer ursprünglich deutschen Adelsfamilie entstammender Vertrauter des letzten polnischen Königs, der als Reformator und Pionier der Industrialisierung der Region zu dieser Zeit eine wichtige Rolle spielte und dessen Name mit der Stadt untrennbar verbunden ist. Vor Ort sind das Gebäude der alten Musikschule, des Drama Theaters und des Stadtarchivs zu besichtigen.

Danach geht es über den Stadtpark (Ende des 18. Jahrhunderts befand sich hier einer der renommiertesten botanischen Gärten Europas, benannt nach dem französischen Botaniker Jean Emmanuel Gilibert, der auf Geheiß Tyzenhausens als Arzt und Biologe nach Grodno kam) zur evangelisch lutheranischen Kirche. Ursprünglich im 17. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Vor Ort bietet sich die Gelegenheit, mit dem Pastor über die Kirchengeschichte und das Nebeneinander der Religionen zu sprechen.

Danach besuchen Sie die zentrale orthodoxe Pokrowskaja-Kathedrale (Begräbniskathedrale). Sie wurde 1904 bis 1905 zu Ehren der gefallenen Soldaten des Grodnoer Oblasts im Russisch-Japanischen Krieg erbaut. Um eine Vorstellung vom byzantinischen Ritus zu bekommen, lädt je nach Tageszeit ein Gottesdienst zum Verweilen ein.

Von dort geht es auf die Sowjetskaja Straße, die zentrale Flaniermeile im Stadtzentrum. Zum Großteil besteht sie aus liebevoll restaurierten Kaufmannshäusern vom Anfang des 19. Jahrhunderts. In einem dieser Häuser befindet sich ein typisch belarussisches Restaurant, in das Sie zum Mittagessen einkehren.

Gestärkt setzen Sie Ihren Spaziergang durch die Sowjetskaja Straße fort, der Sie weiter auf den Hauptplatz der Stadt, den Sowjetskaja Ploshad, führt. Dort besuchen Sie die zentrale Kathedrale, die größte katholische Kirche in Belarus. Sie wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts, während Stefan Bathory als König von Polen und Großfürst von Litauen die Gegend regierte, erbaut.

Im Anschluss tauchen Sie noch in die bewegte und nicht selten tragische jüdische Geschichte der Stadt ein. Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die zentrale Synagoge erhalten. Der Gemeindevorsteher gibt Ihnen gerne einen Einblick und zeigt Ihnen das kleine der Synagoge angeschlossene Museum zur Geschichte der Grodnoer Juden.

Zum Abschluß geht es bis zur Kirche der Heiligen Boris und Gleb, eine der ältesten Sakralbauten in Belarus, datiert von 1180.

Am Abend holt Sie Ihr Reiseführer ab und nimmt Sie mit zu einer befreundeten belarussischen Familie, wo Sie gemeinsam zu Abend essen. Sie haben die Gelegenheit köstliche lokale Spezialitäten, darunter die so typischen Draniki und Borschtsch zu probieren und einen privaten Einblick in die Lebensrealität Ihrer Gastgeber zu bekommen.

3. TagAusflug zum Augustowski Kanal

Nach dem Frühstück holt Sie Ihr Reiseführer vom Hotel ab, gemeinsam fahren Sie circa 25 km nach Norden zum sogenannten Augustow-Kanal. Der Kanal wurde von 1823 bis 1839 errichtet, um die Flüße Weichsel und Memel (russisch Neman) zu verbinden und so einen Wasserweg zur Ostsee zu erschließen.

Durch die wechselhafte Geschichte der Region war er wirtschaftlich schon bald nicht mehr relevant, heute wird er ausschließlich für den Tourismus und für die Sportschifffahrt genutzt. Er erstreckt sich auf einer Länge von 101 Kilometern von Weissrussland bis nach Polen. Am Ufer eröffnet sich dem Besucher eine malerische Landschaft, die zum Spazieren einlädt. Vor Ort unternehmen Sie eine kleine Schifffahrt (ca. 1 Stunde) und legen danach ein Picknick am Wasser ein.

Auf dem Rückweg statten Sie dem kleinen Dorf oder vielmehr dem angrenzenden imposanten Schloss Swjatsk einen kurzen Besuch ab. Wie aus Zeit und Raum gefallen steht das renovierungsbedürftige Juwel, das 1779 vom italienischen Architekten Guiseppe Sakko für die Adelsfamilie der Valovichi erbaut wurde, inmitten der weiten Ebene.

Danach folgt noch eine Rast im Freilichtmuseum Korobtshitsi. Dort kann man einen Eindruck vom dörflichen Leben der Region im 19. Jahrhundert gewinnen, außerdem werden Kutschfahrten und dergleichen angeboten.

Am frühen Abend kehren Sie nach Grodno zurück. Dieser Abend steht Ihnen zur freien Verfügung. Auf Wunsch besorgen wir für Sie gern Eintrittskarten für eine kulturelle Veranstaltung, zum Beispiel für die Philharmonie oder das Puppentheater (je nach Spielplan).

4. TagDie Bialowieczska Puschtscha

Am Morgen holt Sie Ihr Reiseführer nach dem Frühstück mit dem Auto vom Hotel ab, gemeinsam verlassen Sie Grodno gen Süden. Ihr heutiges Ziel ist der Nationalpark Bielowieczska Puscha (belarussisch: Belaweschskaja Puschtscha), einen der letzten Tieflandurwälder in Europa, UNESCO-Weltnaturerbe. Ihr erster Stop ist das Dorf Rudnja, das im Herzen des Urwalds liegt. Dort sind Sie auf einem Landgut untergebracht. Vor Ort lernen Sie den Hof und seine Bewohner kennen. Nach dem Mittagessen führt Sie Ihr Gastgeber Wladimir durch die schönsten Orte des Urwaldes, er kennt hier jeden Baum und Strauch. Er erkundet mit Ihnen das umliegende Terrain, in dem bis heute Wisente und viele andere Wildtiere frei leben. Erfahren führt er Sie an Futterplätze und Äszonen, wo Sie die beeindruckenden sanften Kolosse in freier Wildbahn beobachten und dabei Fotos schießen können. Als fachkundiger Gefährte gibt er Ihnen einen tiefen Einblick in dieses einmalige Biosphärenreservat. Ein einmaliges Erlebnis!

Den ereignisreichen Tag können Sie bei Lagerfeuer, Schaschliki (zarte marinierte und dann auf dem Grill zubereitete Fleischspieße, die Ihnen Ihre Gastgeberin gern zubereitet) und Bier ausklingen lassen. Zur Entspannung bietet sich außerdem ein Gang in die russische Banja (Sauna) an, die Wladimir selbst gebaut hat.

5. TagAusflug - Land und Leute in der Umgebung von Grodno

Sie starten den Morgen mit einem ausgiebigen Frühstück, zu dem Ihnen Ihre Gastgeberin unter anderem Selbstgebackenes, frische Eier, Dranniki (herzhafte Kartoffelpuffer), Sirniki (Quarkkeulchen) und Heißgetränke aus frischem Brunnenwasser reicht.

Vom Landgut fahren Sie in Richtung Grodno zurück. Ihr erster Halt sind die Kreidebrüche nahe das Städtchens Krasnoselk, auch betitelt als "belarussische Malediven". Der Kreideabbau hat hier in den letzten 100 Jahren tiefgreifende Spuren in der Landschaft hinterlassen, in den bis zu vier Kilometer langen Abbaugruben sind Seen entstanden, deren azurblaues Wasser und deren weiße, steil abfallende Ufer nicht erahnen lassen, dass man sich hier mitten in Belarus befindet. Ehemals ein Bade- und Angelparadies, unter anderem auch gern als kostengünstige Kulisse für Werbung und Musikclips genutzt, sind die „Melovie Kareri“ mittlerweile ein für die Öffentlichkeit gesperrtes Territorium. Ein Mitarbeiter der örtlichen Verwaltung öffnet uns allerdings die Tore und gibt Einblick in die einmalige Landschaft und die gegenwärtige wirtschaftliche Nutzung des Territoriums.

Im Anschluss fahren wir ein Stück weiter nach Osten in das Dorf Bolshoj Rogoznice, wo uns eine interessante orthodoxe Kirche erwartet. Sie wurde 1906 aus gehauenen Felsbrocken von umliegenden Feldern im romanischen Stil mit Elementen des Konstruktivismus erbaut. Was die der Jungfrau Maria geweihte Kirche für die Region einmalig macht ist die strenge Ästhetik, die eher an lutheranische Kirchen in Skandinavien oder im Baltikum erinnert.

Der letzte Punkt des heutigen Programs ist eine Ziegenfarm in der Nähe des Bezirkstädtchens Waukawysk (russ. Wolkowysk), wo Sie Natalia Nikolaewna kennen lernen. Sie gab vor zehn Jahren ihren Job als Ingenieurin in der Stadt auf und bewirtschaftet seitdem mit ihrem Sohn einen Bauernhof. Von den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Ziege überzeugt, hat sie sich seit drei Jahren vollends auf die gutmütigen Paarhufer spezialisiert. Sie lebt vor allem von der Milch ihrer ca. 400 Ziegen, die sie an einen staatlichen Molkereibetrieb liefert. Als eigenständige Agrarunternehmerin, die über ihre Subsistenz hinaus wirtschaftet, ist sie neben der fast vollständig vom Staat kontrollierten Kolchoswirtschaft ein Unikum, hat aber durch hartnäckige Beharrlichkeit ihre Nische gefunden. Sie blicken Valentina beim nachmittäglichen Melken über die Schulter und sind eingeladen es selbst zu versuchen. Beim anschließenden Mittagessen lassen sie sich ihr hausgemachtes Essen und ein Glas frischer Ziegenmilch schmecken.

Am frühren Abend kehren Sie nach Grodno zurück. Der restliche Abend in Grodno steht zu Ihrer freien Verfügung.

6. TagAbreise aus Grodno

Je nach Abfahrtszeit Ihres Zuges können Sie den Tag in Grodno auf eigene Faust verbringen und sich hierfür von Ihrem Reiseführer noch einige Tipps geben lassen.

Unser Fahrer holt Sie rechtzeitig im Hotel ab und bringt Sie zum Bahnhof, von wo Sie Ihre Belarusreise fortsetzen oder die Heimreise antreten.

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